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PostPosted: Thu Apr 02, 2009 9:28 pm 
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Joined: Sat Oct 13, 2007 1:46 pm
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Hallo Jochen,
ist das eine Kugelfläche? Kannst du den Rand
nahe bei der Einspannung sehen? Gibt es dort
sogenannte "Sicken"?
Ich besitze ein vierpoliges Magnetsystem von
einem Trichterlautsprecher aus den 20ern
(ohne Trichter), da ist die Membran eine Kugelkalotte.
Das System suche ich auch schon einige Tage,
grumpf.
Georg


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PostPosted: Thu Apr 02, 2009 9:54 pm 
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Nein Georg, keine Kugelfläche sondern eben ein NAWI-Konus, also eine Art Konus mit einer Fläche, die sich nicht abwickeln und platt auf den Tisch legen lässt. Das dient wohl der Stabilität gegen Einknicken. Wird bei Basslautsprechern auch gerne gemacht.

Den Rand kann man nicht sehen, der Deckel deckt ihn ab. Ich glaube fast nicht, daß da eine regelrechte Sicke ist, die Membran braucht für Sprachfrequenzen ja nur winzige Hübe machen, dafür könnte ihre Elastizität ausreichen, sie scheint wirklich sehr dünn zu sein.

Außerdem ist der Schwinganker über die beiden metallenen Torsionsstäbe sehr stramm aufgehängt, sehr wahrscheinlich viel härter als die Randeinspannung.


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 5:53 am 
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In der lecture 28 ist auch keine Sicke gezeichnet, andererseits findet man in anderen Darstellungen auch Membranen mit Sicke. Vielleicht ist deshalb so eine alte USI noch empfindlicher? Eine Nawi-Membran wird ja eigentlich gemacht, um die Steifigkeit zu erhöhen. Ohne Sicke kann sie sich deshalb kaum richtig bewegen.

Gestern hab ich übrigens den Meßaufnehmer bekommen. Interessantes Teil, mit 2 Mikros drin, deren Signale so verknüpt werden,daß sich Störgeräusche aus der Umgebung wegkompensieren sollen. Allerdings waren die für andere, offene Wandler gebaut. Muß das erst mal untersuchen.

Trotzdem mal ein erster Test:

die gelbe Kurve ist die Spannung an der Kapsel (rechte Skala) bei 0,1V Generatorspannung und 10 Ohm Innenwiderstand.
Die grüne Gerade entspricht 94dB Schallpegel, wenn mein Kalibrator noch stimmt.
Die grüne Kurve ist der Schallpegel der Hosiden-Kapsel.

Um daraus eine normierte Kurve zu bekommen, müßte man jetzt die entsprechenden Spannungswerte in die Impedanz und Leistung umrechnen, und damit und der Schallpegelkurve eine neue Kurve erstellen, die den Schallpegel auf 1mW normiert darstellt. Vielleicht hilft mir da ja Excel....


Image


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 8:22 am 
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Hallo Gerd,
Glückwunsch zu den vornehmen Gerät. Jetzt werde ich doch etwas neidisch, mein "Referenzohr" können wir nun getrost vergessen :)

Dem Frequenzgang nach hast Du offenbar eine Mikrophonkapsel von Besson erwischt. Er passt jedenfalls gut zu der Kurve im Datenblatt des Herstellers. Schau doch mal:

http://www.hbl.co.uk/products/rocking_a ... nserts.asp

(bei "Files:" auf den pdf Link klicken)

Beste Grüße

Jochen


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 8:53 am 
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Joined: Thu Jul 19, 2007 4:02 pm
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Hallo,

es ist eine Hörerkapsel, die Bezeichnung ist R4Z150. Aber die Kurve ist ja erst mal nur die Ausgangsspannung der Prüfeinrichtung ohne Normalisierung auf konstante Leistung. Wegen der stark schwankenden Impedanz läuft der Bereich der Leistung hier von 0,17..0,018mW.

Ich weiß auch nicht, ob für die Kurven die reale Leistung oder die Scheinleistung verwendet wird. Für ersteren Fall müßte ich neben der Impedanz auch den Phasenwinkel messen und die Wirkleistung herausrechnen.


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 10:22 am 
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Ja Gerd, ein "R" bedeutet eindeutig Receiver, aber meinst Du, daß die Normierung auf die aufgenommene Wirk-oder Scheinleistung den Frequenzgang soweit glättet, wie er für die Besson Receiver angegeben ist ?
Der Impedanzgang meiner Kapsel sieht übrigens auch anders aus als der von Deiner. Er hat eine kräftige Senke bei ca 1500 Hz, die um 300Hz nach oben verschiebt, wenn man die Schallöffnung abdichtet.
Der Impedanzgang Deiner Kapsel steigt ja ziemlich gleichmäßig an.

Wenn Du willst, schicke ich Dir mal eine meiner Kapsel zum Vergleichen. Ich habe auch noch Kapseln von Fritz hier, u.a. eine USI Big Can. Wenn Fritz einverstanden ist, würde ich sie Dir auch zum präzisen Messen geben.

Was meinst Du ?


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 11:01 am 
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die Besson muß ich noch mal genauer messen, ich hatte nur eine grobe 1-2-5-Abstufung gewählt, womit ein genauer verlauf wohl nicht dargestellt werden kann.
Als nächstes werde ich 2 verschiedene Racal-Kapseln messen, und dabei etwas genauer arbeiten und auch den Phasenwinkel erfassen.

Die eine Type sind die 620-8247 aus den Headsets (central armature). Davon hab ich noch 2 Stück neu bekommen. Die anderen sind 782-5393.
Davon wollte ich eine öffnen und auch das dokumentieren, bin aber nach dem Entfernen der Alu-Abdeckung auf eine völlig andere Konstruktion gestoßen. Bilder gibts, wenn die Batterie wieder geladen ist.
Um dort weiter vorzustoßen, muß eine weitere Stahlblechabdeckung aufgebördelt werden. Da ist mir aber noch nichts brauchbares eingefallen..


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 11:41 am 
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Hab jetzt Gewalt angewendet und mit einer Zange aufgebördelt, es ist eine Rocking armature

Hier erst mal die unkommentierten Bilder:

die leichtere (21Gramm) 19575 Central Armature:
Image


und hier die schwerere (34 Gramm) 27187 Rocking Armature:
Image


letztere sieht ein paar dB besser aus, bis jetzt...


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 12:49 pm 
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Joined: Sat Oct 13, 2007 1:46 pm
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Hallo Jochen,
Quote:
keine Kugelfläche sondern eben ein NAWI-Konus,

jetzt hab ichs verstanden, du meinst die Trompeten-artige
Fläche, was das auch immer mathematisch sein mag.
Irritiert hat mich das NAWI, zunächst weil ich die Abkürzung
nicht kannte, dann weil auch Kugelkalotten nicht abwickelbar sind.
Zunächst werde ich aber erst mal nach deiner Empfehlung mit
einer Papiermembran experimentieren, bis heraus ist, wo die
Eigenresonanz der Relaiszunge überhaupt liegt.
Gruß
Georg


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 1:26 pm 
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Mensch Georg, richtig ! Trompetenartig beschreibt es gut. Ich kam gestern doch nicht darauf. Hyperboloid nennen es die Gelehrten, glaube ich.
NAWI ist ein fester Begriff aus der Lautsprechertechnik, heißt einfach "nicht abwickelbar"

Man sollte zunächst einmal testen, ab welcher Eingangsleistung der Relaisanker anfängt sich zu rühren. Er müsste eigentlich schon im Mikrowattbereich ansprechen und vibrieren, damit ein Detektor ihn antreiben kann und sich die weitere Mühe lohnt.

Meine Relais sind immer noch in den unergründlichen Tiefen meines Bastelschrotts verschollen :(


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 2:53 pm 
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Hallo,

hier nun die Fotos der zerlegten Racal 27187.

die erste Abdeckung entfernt, rechts O-Ring und Abdeckung, links daneben die Schutzmembran und eine flache Gummidichtung sowie das komplette System, ebenfalls zugebördelt:

Image


Interessant ist das schon von außen, es sind nur sehr kleine Schallöffnungen vorhanden, die membran arbeitet auf ein kleines Luftvolumen mit hohem Gegendruck. Wahrscheinlich komt es daher zur ausprägung von 2 Resonanzen, die beide jeweils schwächer ausgeprägt sind. So funktioniert das auch bei einigen Lautsprecherkonzepten.

Image


Die innere Kapsel im zerlegten Zustand. Die Schallöffnungen sind sehr kleine Löcher in einer Art selbstkebender Alufolie.
Die Membran ist ebenfalls nur aus ca. 0,06mm dünner Alufolie, die eingeprägte Form ist nötig, um eine einigermaßen stife anordnung zu bekommen. Sicke gibt es keine, der flache Rand wirkt ausreichend als solche.

Image

Der Luftspalt ist ca. 0,1mm auf beiden seiten, der hier schiefe Stift ist mit einer größeren Menge harz in der Membran eingeklebt. Die membran ist nur am Stift befestigt, am Rand ist sie lose und wird nur duch das Einbördeln befestigt. Vom Material her würde ich sagen so etwas wie Duraluminium, ziemlich fombeständig und stark federnd.

Innen das bekannte Bild, die Drähtchen muß ich wieder anlöten, wahrscheinlich wurde die Kontaktierung direkt mit den Spulen verdrahtet und erst nach der Montage in deer Kapsel festgeschraubt.

Image


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 4:30 pm 
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Interessant, die Racal hat bis auf die winzigen Schallöcher genau die gleichen Konstruktionsmerkmale wie die Besson.

Beide Firmen scheinen ja in einem guten freundschaftlichen Verhältnis zu stehen.


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PostPosted: Fri Apr 03, 2009 4:43 pm 
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Joined: Sat Oct 13, 2007 1:46 pm
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Dieser recht großzügige Klecks Kleber könnte
den Nebenzweck des Abgleichs der mech.
Eigenresonanzfrequenz haben.
Sind die 6 Racal-Bohrungen in der Summe der
Querschnitte gleich einer Besson-Bohrung?
Gruß
Georg


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PostPosted: Sat Apr 04, 2009 11:54 am 
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Joined: Thu Jul 19, 2007 4:02 pm
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Hallo,

die Schallöffnungen sind winzige Löcher, im Gegensatz zu den Besson aus Jochens Foto.

Die Racal sind auch kleiner im Durchmesser, nur knapp 41mm messen die Rocking Armature und auch die Central armature Kapseln.
Daß sich die Magnetsysteme recht ähnlich sehen ist normal, sie machen beide ja das gleiche und arbeiten nach den gleichen Prinzip.


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 Post subject: Telegraphenrelais
PostPosted: Sat Apr 04, 2009 9:12 pm 
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Hallo Georg und alle,

die Idee ein Siemens Telegraphenrelais zu einem empfindlichen Hörer oder Lausprecher umzugestalten ist vielleicht doch nicht so toll.

Für die, die es nicht kennen hier ein Bild von dem feinmechanischen Meisterwerk:

Image

Das Relais ist polarisiert und bistabil. Wenn man nur eine der beiden Spulenwicklungen (RDC jeweils 100 Ohm) benutzt schaltet es bei etwa 5 mA um.

Ich habe auch mal Tonfrequenzen aufgeschaltet. Es braucht schon einige Mikroampere, bevor die Zunge hörbar schwingt. M.E. zuviel für einen empfindlichen Lautsprecher. Man müsste auch das Dauermagnetsystem ändern. Die Bistabilität würde sonst wohl starke Verzerrungen machen. Schade eigentlich...

Ich lasse das Ding lieber so wie es ist. Vielleicht mache ich ja irgendwann mal historische Versuche mit Funkensender, Kohärer und Klopfer. Dann könnte ich ein so ein Relais gut gebrauchen.

Grüße
Jochen


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